Viele Jahrhunderte hatte die Kunst der Kirche und der „Propaganda fide“ gedient. Doch ab 1800 lebten sich Kirche und Kunst auseinander. Insbesondere für die katholische Kirche erwiesen sich die avantgardistischen modernen Tendenzen als schwere Anfechtung, denn das religiöse Bild emanzipierte sich radikal von den tridentinischen Bildbestimmungen. So entwickelten die Nazarener an der Seite Roms im Kulturkampf gegen die Moderne ihrerseits als Apologeten einer neuen christlichen Kunst eine eigene Bildsprache. Mit Beginn der Klassischen Moderne flammte die Kontroverse ums christliche Bild ausgelöst durch die Liturgische Bewegung erneut auf. Der Subjektivismus der Moderne widersprach dem Ideal des Kultbildes einer neuen Bildtheologie und die aus ihr resultierende weitgehende „Bilderlosigkeit“ des modernen Kirchenbaus nach dem Zweiten Weltkrieg irritierte das Kirchenvolk. Der tiefgehende Konflikt führt bis heute zu „Kunstskandalen“.
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Kirche und Kunst – ein Kulturkonflikt der Moderne
Mi 16.12.2026, 19.00 Uhr
Ort: 94469 Deggendorf, Georg-Haberl-Saal, Palais im Stadtpark, Am Stadtpark 22
Mitveranstalter: Kulturbüro Palais im Stadtpark
Referent
Dr. Stefan Schmitt
Kosten
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Hinweis
Alle Interessierten, auch Schüler und Studenten, sind herzlich eingeladen!
